Skip to main content

Humanismus, Transhumanismus, Posthumanismus: Wendungen unseres Selbstbildes

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns auf den Humanismus berufen, um das von der abendländischen Zivilisation der Moderne gepflegte Menschenbild zu bezeichnen, verdeckt die Eigentümlichkeit des Begriffes selbst sowie des ihn begründenden Anliegens und seiner Geschichte. Dass eine sich als zivilisatorisches Programm verstehende philosophische Lehre, deren Wurzeln über die Renaissance bis in Antike reichen, den Namen des Menschen schlechthin (lat. homo) zu tragen wagt, zeugt nämlich vom außerordentlichen Anspruch auf den Besitz eines unbedingt verbindlichen, weil universal geltenden und unantastbaren Verständnisses der menschlichen Natur und Bestimmung überhaupt (lat. humanitas). Doch gerade aufgrund ihrer eigenen, nicht zuletzt diesem Menschenbild zu verdankenden (ob kulturellen, gesellschaftlich-politischen oder wissenschaftlich-technologischen) Errungenschaften, stellt diese Zivilisation selbst die Paradigmen, die den klassischen Humanismus maßgeblich geprägt haben – von seinem Naturbild über dessen Wahrheitsverständnis bis zur Idee der Würde des Menschen als eines freien, durch die eigene Vernunft selbstbestimmten Subjekts –, so sehr in Frage, dass nicht nur von einem postmodernen, sondern auch von einem trans- oder posthumanistischen Zeitalter immer mehr die Rede ist. Sind die Tage des humanistischen Ideals nun gezählt – und wer könnte der posthumanistische Mensch sein? Um diese Fragen zu beantworten, wollen wir, anhand besonders aussagekräftiger Texte, sowohl die erstaunliche Vieldeutigkeit der klassischen Paradigmen der humanistischen Moderne als auch die tiefen Gründe und weitreichenden Folgen ihrer zunehmenden Erschütterung erhellen.

Kurstermine 10

  •  
    Ort / Raum
    • 1
    • Montag, 26. Oktober 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    1 Montag • 26. Oktober 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 2
    • Montag, 09. November 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    2 Montag • 09. November 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 3
    • Montag, 16. November 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    3 Montag • 16. November 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 4
    • Montag, 23. November 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    4 Montag • 23. November 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 5
    • Montag, 30. November 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    5 Montag • 30. November 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 6
    • Montag, 07. Dezember 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    6 Montag • 07. Dezember 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 7
    • Montag, 14. Dezember 2026
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    7 Montag • 14. Dezember 2026 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 8
    • Montag, 11. Januar 2027
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    8 Montag • 11. Januar 2027 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 9
    • Montag, 18. Januar 2027
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    9 Montag • 18. Januar 2027 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk
    • 10
    • Montag, 25. Januar 2027
    • 17:50 – 19:20 Uhr
    • Altes E-Werk
    10 Montag • 25. Januar 2027 • 17:50 – 19:20 Uhr Altes E-Werk

Humanismus, Transhumanismus, Posthumanismus: Wendungen unseres Selbstbildes

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns auf den Humanismus berufen, um das von der abendländischen Zivilisation der Moderne gepflegte Menschenbild zu bezeichnen, verdeckt die Eigentümlichkeit des Begriffes selbst sowie des ihn begründenden Anliegens und seiner Geschichte. Dass eine sich als zivilisatorisches Programm verstehende philosophische Lehre, deren Wurzeln über die Renaissance bis in Antike reichen, den Namen des Menschen schlechthin (lat. homo) zu tragen wagt, zeugt nämlich vom außerordentlichen Anspruch auf den Besitz eines unbedingt verbindlichen, weil universal geltenden und unantastbaren Verständnisses der menschlichen Natur und Bestimmung überhaupt (lat. humanitas). Doch gerade aufgrund ihrer eigenen, nicht zuletzt diesem Menschenbild zu verdankenden (ob kulturellen, gesellschaftlich-politischen oder wissenschaftlich-technologischen) Errungenschaften, stellt diese Zivilisation selbst die Paradigmen, die den klassischen Humanismus maßgeblich geprägt haben – von seinem Naturbild über dessen Wahrheitsverständnis bis zur Idee der Würde des Menschen als eines freien, durch die eigene Vernunft selbstbestimmten Subjekts –, so sehr in Frage, dass nicht nur von einem postmodernen, sondern auch von einem trans- oder posthumanistischen Zeitalter immer mehr die Rede ist. Sind die Tage des humanistischen Ideals nun gezählt – und wer könnte der posthumanistische Mensch sein? Um diese Fragen zu beantworten, wollen wir, anhand besonders aussagekräftiger Texte, sowohl die erstaunliche Vieldeutigkeit der klassischen Paradigmen der humanistischen Moderne als auch die tiefen Gründe und weitreichenden Folgen ihrer zunehmenden Erschütterung erhellen.
01.10.26 21:08:20