Der Bamberger Kaiserdom ist zu Recht bekannt für den Reiter, das Heilige Kaiserpaar und den einzig nördlich der Alpen bestatteten Papst - dass er aber auch maßgeblich mit der Entstehung der literarischen Romantik kurz vor 1800 zu tun hat, ist hingegen nur einigen wenigen Fachleuten geläufig. Die Führung verbindet das Kunsthistorische mit dem Literarischen, was beim Bamberger Dom in seiner theologisch-religiösen Dimension koinzidiert: "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" lautet denn auch das vielleicht erste explizit romantische Werk der Geschichte, das ohne den Bamberger Dom niemals hätte geschrieben werden können.
2026 jährt sich der Geburtstag des Dichters ETA Hoffmann zum 250. Mal – Grund genug, um sich diesem literarischen Genius wieder verstärkt zu widmen. Seine Bamberger Jahre (1808-1813) bezeichnete Hoffmann später zwar als seine „Lehr- und Marterjahre“ – was wohl vorrangig mit seiner unglücklichen Liebe vor Ort zu Julia Mark zu tun hatte –, was aber nichts daran ändert, dass Bamberg wie kaum eine zweite Stadt im Schaffen Hoffmanns präsent ist, und zwar seit seinen literarischen Anfängen bis zu seinem Tod. Oftmals ausdrücklich als „Bamberg“ bezeichnet, mitunter auch als „In der kleinen Stadt B. im südlichen Deutschland“ leicht verschleiert oder auch nur durch bestimmte Hinweise verklausuliert, findet sich Bamberg etwa in Serapionsbrüdern, dem Hund Berganza, dem Goldenen Topf, den Elixieren des Teufels, dem Kater Murr und zahlreichen Texten mehr. Die Führung sucht die Originalplätze auf, die sich in Hoffmanns Werk bezüglich Bamberg finden lassen bzw. weist, wenn die Entfernungen für einen Fußmarsch zu groß sind, wenigstens darauf hin und setzt diese Bamberger Lokalitäten mit dem jeweiligen Text literarisch auseinander.