Zum 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann bietet dieser Kurs die Gelegenheit, einen der faszinierendsten Künstler der deutschen Romantik neu zu entdecken. Der 1776 in Königsberg geborene Literat, Jurist, Komponist, Maler und Genießer verbrachte fünf prägende Jahre seines ebenso kurzen wie außergewöhnlich intensiven Lebens in Bamberg – ein besonderer Anlass, ihn im Rahmen der VHS Bamberg zu würdigen. E.T.A. Hoffmann war weit mehr als der Autor berühmter Erzählungen wie Der Sandmann oder Nussknacker und Mausekönig. Sein beeindruckendes Schaffen umfasst literarische Werke ebenso wie Opern und Kompositionen, juristische Schriften, Zeichnungen und Gemälde sowie spannende Gedanken zu Psychologie, Philosophie und Religion. Gemeinsam mit den beiden Dozenten begeben sich die Teilnehmenden auf eine Entdeckungsreise durch Hoffmanns facettenreiches Werk. Im gemeinsamen Austausch werden die unterschiedlichen Seiten seines Schaffens erschlossen, eingeordnet und in ihrer erstaunlichen Aktualität beleuchtet. Der Kurs richtet sich an alle, die E.T.A. Hoffmann neu kennenlernen oder ihr Wissen über diesen außergewöhnlichen Künstler vertiefen möchten.
1424 wird auf dem Pariser Friedhof Saint Innocent auf die Wände der Friedhofsmauer ein Fresko gemalt, dass den „Danse Macabre“, den Totentanz darstellt. Entstanden ursprünglich im 14. Jahrhundert in Spanien und Frankreich in Text- und Liedform, tritt der Totentanz mit der monumentalen Darstellung seinen Siegeszug über Europa an. In kürzester Zeit entstehen vergleichbare Fresken in Konstanz, Ulm, Basel, Bern, Berlin aber auch in den Niederlanden, Dänemark und Schweden. Die Botschaft ist eindrücklich: Niemand kann dem Tod entkommen, alle fordert er auf mit ihm zu gehen – sei es Papst, Kaiser oder Säugling. Seitdem bevölkern die Toten nicht nur Friedhofsmauern und Kirchen, sondern der Totentanz findet hat alle Bereiche der Kunst erobert: Malerei, Musik, Tanz, Buchkunst, Literatur und sogar die Popmusik. Der Eröffnungsvortrag stellt bedeutende Beispiele aus der Europäischen Geschichte vor und lädt so zur Zeitreise vom Mittelalter und das Barock, das mit dem Bamberger Totentanz auf dem Michelsberg einen besonders schönen und einzigartigen Todesreigen hervorgebracht hat, bis in die politische Kunst des 20. Und 21. Jahrhunderts. Denn das Motiv des Totentanzes ist noch lange nicht tot, Jahr für Jahr setzen sich wieder Künstler*innen mit dem Unvermeidbaren auseinander, um im Totentanz Trost zu finden oder ihrer Wut und Trauer Ausdruck zu verleihen. Referent Michael Hanisch leitet das Künstlerische Betriebsbüro am ETA Hoffmann Theater und beschäftigt sich seit dem Studium mit dem Totentanz. Er ist Vorstandsmitglied der Europäischen Totentanz-Vereinigung Bundesrepublik Deutschland e.V. und Mitherausgeber der Zeitschrift „Totentanz Aktuell“. Ablauf: Eröffnung durch Ulrike Siebenhaar, Referentin für Kultur, Welterbe und Tourismus Musik Vortrag von Michael Hanisch Auch du musst in den Reigen - Ausgewählte Totentänze vom Mittelalter bis zum Heute Musik Vortrag von Dr. med. Eva Nießen, Chefärztin Hospiz- und Palliativzentrum Christine Denzler-Labisch Haus SAPV "You'll never walk alone - Palliativmedizin als Begleitung an der Lebensgrenze" Musik
Der Kurs führt in die Entwicklung der griechischen Bildkunst von der Antike bis zur byzantinischen Ikonenmalerei ein. Ausgangspunkt ist die antike griechische Kunst mit ihrem Verständnis von Maß, Proportion und Harmonie als grundlegende ästhetische Prinzipien. Darauf aufbauend wird die byzantinische Ikone als spirituelle Bildsprache vorgestellt, in der das Bild nicht nur als Darstellung der sichtbaren Welt verstanden wird, sondern als Träger von symbolischer und geistiger Bedeutung. Der Kurs verbindet theoretische Grundlagen mit einer intensiven praktischen Arbeit im Atelier, in dem die Teilnehmenden eigene Bildwerke entwickeln und gestalten. Ziel des Kurses ist es, die griechische Bildtradition als kulturelle und ästhetische Kontinuität von der Antike bis zur byzantinischen Zeit zu vermitteln. Die Teilnehmenden sollen sowohl ein historisches Verständnis als auch praktische Erfahrung in der Ikonenmalerei erwerben. Der Kurs richtet sich an alle Kunst- und Kulturinteressierten ohne Vorkenntnisse. Er ist sowohl für Anfänger als auch für Personen geeignet, die sich für Kunstgeschichte, klassische Ästhetik und ikonographische Praxis interessieren.
Richard Wagner verehrte E.T.A. Hoffmann, den Komponisten einer der ersten romantischen Opern (Undine), als eine seiner wichtigsten literarischen und künstlerischen Inspirationsquellen. Hoffmanns fantastische Erzählungen prägten Wagners künstlerisches Denken. Im Fliegenden Holländer, dem Tannhäuser und den Meistersingern von Nürnberg lassen sich Hoffmanns Einflüsse besonders gut erkennen: die Verschmelzung von Realität und Traum und die Darstellung des Künstlers als genialer, aber auch zerrissener Figur. Wagner sah in Hoffmann einen Geistesverwandten, der wie er selbst die Grenzen zwischen Musik, Literatur und Philosophie überschritt. Wagner bezeichnete Hoffmanns Werke als „wunderbare Träume“, die seine eigene Fantasie beflügelten. Hoffmanns Einfluss zeigt sich jedoch nicht nur in Wagners Textbüchern, sondern auch in seiner Idee des Gesamtkunstwerks – Grund genug, in Bamberg über das Verhältnis Wagners zu Hoffmann nachzudenken.
Um Karl May (1842–1912) und die bibliographische Forschung zum Werk des erfolgreichsten deutschen Unterhaltungsschriftstellers dreht sich der Vortrag von Prof. Dr. Stefan Schmatz (Göttingen). Karl May verliert zunehmend an Publikum. Dazu trägt auch die aktuelle Rassismus- und Kolonialismusdebatte bei. Doch darf man Mays Werk nicht aus heutiger Sicht interpretieren, sondern muss es im Kontext der Zeit lesen. Seine Schriften, die humanistisches und völkerverbindendes Gedankengut vermitteln, bleiben lesenswert und aktuell. Schon lange ist May Gegenstand universitärer Forschung, die Sekundärliteratur hat den Umfang seines Opus längst überschritten. In jüngerer Zeit sind auch die von Sammlern gesuchten und oft zu Höchstpreisen gehandelten zeitgenössischen Bücher als eigene Objekte immer mehr in den Fokus der bibliographischen Forschung gerückt. Besondere Bedeutung kommt dabei den unterschiedlichen Einbandvarianten zu, vor allem der ab 1892 herausgegebenen grün-goldenen Kleinoktav-Ausgabe, die mit geringen Veränderungen bis heute weitergeführt wird. Anknüpfend an die gleichnamigen virtuellen Vortragsreihen der fünf vergangenen Winter bieten wir Ihnen von November 2026 bis Januar 2027 zehn weitere Buch-Geschichten: Immer dienstags um 19:00 Uhr berichten Expertinnen und Experten von Büchern und anderen in der Staatsbibliothek Bamberg verborgenen Schätzen. Moderation: Prof. Dr. Bettina Wagner (Staatsbibliothek Bamberg) und Dr. Anna Scherbaum (Volkshochschule Bamberg Stadt) Wählen Sie sich kostenfrei und mit einem beliebigen Namen in das Zoom-Meeting über Ihren PC, Ihr Tablet oder Smartphone per Browser oder mit der entsprechenden App ein. Der Zoom-Client muss dabei der aktuellsten Version entsprechen. Durch die Teilnahme erklären Sie sich mit den Datenschutzrichtlinien einverstanden. Sofern die Zustimmung der Referentin bzw. des Referenten vorliegt, wird der jeweilige Vortrag aufgezeichnet und anschließend auf dem YouTube-Kanal der Bamberger Buch-Geschichten zugänglich gemacht. Online unter bsb.bayern/sbbvortrag Meeting-ID: 960 499 6049 (keine eigene Eingabe nötig, da diese Meeting-ID in den Link integriert ist) Meeting-Passcode: SBB#26 Per Telefon aus Deutschland 069 389 805 96 (aus dem Ausland über internationale Einwahlnummern) Meeting-ID („Sitzungs-ID“): 960 499 6049 Teilnehmer-ID: keine Eingabe nötig Meeting-Passcode („Sitzungspasswort“): 847 230 Veranstaltet von der Staatsbibliothek Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Volkshochschule Bamberg Stadt sowie dem Colloquium Historicum Wirsbergense und dem Historischen Verein Bamberg.