Unsere vhs-Kursleiterinnen und -Kursleiter kommen aus ganz verschiedenen Professionen und künstlerischen Sparten. Sie repräsentieren unterschiedliche Generationen und Milieus. Ihre Zusammensetzung ist international. Unsere Kursleitungen sind so vielfältig wie unser Programmangebot.
Scherbaum, Dr. Dr. habil. Matthias
Matthias Scherbaum, *1972, ist Philosoph und Theologe. Nach umfangreichen Studien in München, Bamberg und Würzburg arbeitet er als Selbstständiger im Rahmen der Erzdiözese Bamberg, als Dozent an der Universität Bamberg sowie als Dozent und Gästeführer der VHS Bamberg. Neben philosophischen und theologischen Themen liegt ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit im Bereich von Kunst und Kultur, fränkischer Regionalgeschichte sowie politischen wie gesellschaftlichen Fragestellungen.
Matthias Scherbaum konnte sich im September 2022 in Basel (STH) habilitieren.
Seit einigen Jahren ist der Islam in den Fokus des Interesses getreten: Ob geplante Moscheebauten, Kopftuchdebatten, Terrormilizen wie Al-Quaida, Taliban und IS oder die seit spätestens 2015 im Stadtbild europäischer Gemeinden nicht mehr wegzudenken muslimischen Flüchtlinge bzw. persönliche Freundschaften mit muslimischen Mitbürgern. Der Islam ist eine Realität unseres Lebens. Im Kurs werden theoretischen Grundlagen, die praktische Ausübung sowie das spezifische Selbstverständnis von Islam und Christentum hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten, Differenzen und Horizonte beleuchtet. Ein gesteigertes Verständnis der jeweils eigenen sowie anderen Religion ist die Grundlage für den interreligiösen Dialog.
Die Philosophiegeschichte ist nicht nur eine interessanteste Richtung der Philosophie und Historiographie, sondern v.a. ein Schlüssel zum tieferen Verständnis des Abendlandes selbst: Die Geschichte der Philosophie ist einer der erhellendsten Zugänge zur Ideen-, Geistes- und Mentalitätsgeschichte unserer Kultur. Ob Wissenschaft und Technik, Reformation und Aufklärung, Demokratie und Rechtsstaat oder Nihilismus und Romantik – dies alles ist in der ein oder anderen Weise mit den Namen von Platon bis Hegel, von Ockham bis Kant, von Aristoteles bis Descartes und von Nietzsche bis Fichte verbunden. Der Kurs versucht zusammen mit den Teilenehmern diesen vielfältigen und prägenden Linien nachzuspüren.
Der Bamberger Kaiserdom ist zu Recht bekannt für den Reiter, das Heilige Kaiserpaar und den einzig nördlich der Alpen bestatteten Papst - dass er aber auch maßgeblich mit der Entstehung der literarischen Romantik kurz vor 1800 zu tun hat, ist hingegen nur einigen wenigen Fachleuten geläufig. Die Führung verbindet das Kunsthistorische mit dem Literarischen, was beim Bamberger Dom in seiner theologisch-religiösen Dimension koinzidiert: "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" lautet denn auch das vielleicht erste explizit romantische Werk der Geschichte, das ohne den Bamberger Dom niemals hätte geschrieben werden können.
In den Medien vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von Religion die Rede ist: Ob Berichterstattungen aus Krisengebieten im Nahen und Mittleren Osten, verschiedene Verlautbarungen des Papstes oder religions- und kirchenkritische Aktionen bzw. Äußerungen von ideologischer und/oder wissenschaftlicher Seite – Religionen sind in unserem Alltag wieder wesentlich stärker präsent, als dies etwa noch in den 80er und 90er Jahren der Fall war. Doch was ist das Charakteristische der sogenannten großen Weltreligionen? Was zeichnet die monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam), was den Hinduismus, was den Buddhismus eigentlich aus? Schließen sich die Religionen gegenseitig aus oder ist ein interreligiöser Dialog möglich? Was ist überhaupt Religion und welche Relevanz hat sie im Leben der Menschen? Diese und andere Fragen sollen in dem Kurs zur Sprache kommen und diskutiert werden.
Das Fürstenportal des Bamberger Doms gehört aus verschiedener Hinsicht zu den wichtigsten Beispielen rechtsrheinischer Bildhauerkunst des 13. Jahrhunderts. Sowohl aus handwerklich-technischer, als auch aus kunsthistorischer, theologischer und mentalitäts- bzw. geistesgeschichtlicher Perspektive lässt sich das Portal in seiner Gesamtkonzeption wie auch seinem großen Detailreichtum gut aufschlüsseln und die überregionale Bedeutung dieses Kunstwerkes anschaulich verdeutlichen.
2026 jährt sich der Geburtstag des Dichters ETA Hoffmann zum 250. Mal – Grund genug, um sich diesem literarischen Genius wieder verstärkt zu widmen. Seine Bamberger Jahre (1808-1813) bezeichnete Hoffmann später zwar als seine „Lehr- und Marterjahre“ – was wohl vorrangig mit seiner unglücklichen Liebe vor Ort zu Julia Mark zu tun hatte –, was aber nichts daran ändert, dass Bamberg wie kaum eine zweite Stadt im Schaffen Hoffmanns präsent ist, und zwar seit seinen literarischen Anfängen bis zu seinem Tod. Oftmals ausdrücklich als „Bamberg“ bezeichnet, mitunter auch als „In der kleinen Stadt B. im südlichen Deutschland“ leicht verschleiert oder auch nur durch bestimmte Hinweise verklausuliert, findet sich Bamberg etwa in Serapionsbrüdern, dem Hund Berganza, dem Goldenen Topf, den Elixieren des Teufels, dem Kater Murr und zahlreichen Texten mehr. Die Führung sucht die Originalplätze auf, die sich in Hoffmanns Werk bezüglich Bamberg finden lassen bzw. weist, wenn die Entfernungen für einen Fußmarsch zu groß sind, wenigstens darauf hin und setzt diese Bamberger Lokalitäten mit dem jeweiligen Text literarisch auseinander.