Richard Wagner verehrte E.T.A. Hoffmann, den Komponisten einer der ersten romantischen Opern (Undine), als eine seiner wichtigsten literarischen und künstlerischen Inspirationsquellen. Hoffmanns fantastische Erzählungen prägten Wagners künstlerisches Denken. Im Fliegenden Holländer, dem Tannhäuser und den Meistersingern von Nürnberg lassen sich Hoffmanns Einflüsse besonders gut erkennen: die Verschmelzung von Realität und Traum und die Darstellung des Künstlers als genialer, aber auch zerrissener Figur. Wagner sah in Hoffmann einen Geistesverwandten, der wie er selbst die Grenzen zwischen Musik, Literatur und Philosophie überschritt. Wagner bezeichnete Hoffmanns Werke als „wunderbare Träume“, die seine eigene Fantasie beflügelten. Hoffmanns Einfluss zeigt sich jedoch nicht nur in Wagners Textbüchern, sondern auch in seiner Idee des Gesamtkunstwerks – Grund genug, in Bamberg über das Verhältnis Wagners zu Hoffmann nachzudenken.
Um Karl May (1842–1912) und die bibliographische Forschung zum Werk des erfolgreichsten deutschen Unterhaltungsschriftstellers dreht sich der Vortrag von Prof. Dr. Stefan Schmatz (Göttingen). Karl May verliert zunehmend an Publikum. Dazu trägt auch die aktuelle Rassismus- und Kolonialismusdebatte bei. Doch darf man Mays Werk nicht aus heutiger Sicht interpretieren, sondern muss es im Kontext der Zeit lesen. Seine Schriften, die humanistisches und völkerverbindendes Gedankengut vermitteln, bleiben lesenswert und aktuell. Schon lange ist May Gegenstand universitärer Forschung, die Sekundärliteratur hat den Umfang seines Opus längst überschritten. In jüngerer Zeit sind auch die von Sammlern gesuchten und oft zu Höchstpreisen gehandelten zeitgenössischen Bücher als eigene Objekte immer mehr in den Fokus der bibliographischen Forschung gerückt. Besondere Bedeutung kommt dabei den unterschiedlichen Einbandvarianten zu, vor allem der ab 1892 herausgegebenen grün-goldenen Kleinoktav-Ausgabe, die mit geringen Veränderungen bis heute weitergeführt wird. Anknüpfend an die gleichnamigen virtuellen Vortragsreihen der fünf vergangenen Winter bieten wir Ihnen von November 2026 bis Januar 2027 zehn weitere Buch-Geschichten: Immer dienstags um 19:00 Uhr berichten Expertinnen und Experten von Büchern und anderen in der Staatsbibliothek Bamberg verborgenen Schätzen. Moderation: Prof. Dr. Bettina Wagner (Staatsbibliothek Bamberg) und Dr. Anna Scherbaum (Volkshochschule Bamberg Stadt) Wählen Sie sich kostenfrei und mit einem beliebigen Namen in das Zoom-Meeting über Ihren PC, Ihr Tablet oder Smartphone per Browser oder mit der entsprechenden App ein. Der Zoom-Client muss dabei der aktuellsten Version entsprechen. Durch die Teilnahme erklären Sie sich mit den Datenschutzrichtlinien einverstanden. Sofern die Zustimmung der Referentin bzw. des Referenten vorliegt, wird der jeweilige Vortrag aufgezeichnet und anschließend auf dem YouTube-Kanal der Bamberger Buch-Geschichten zugänglich gemacht. Online unter bsb.bayern/sbbvortrag Meeting-ID: 960 499 6049 (keine eigene Eingabe nötig, da diese Meeting-ID in den Link integriert ist) Meeting-Passcode: SBB#26 Per Telefon aus Deutschland 069 389 805 96 (aus dem Ausland über internationale Einwahlnummern) Meeting-ID („Sitzungs-ID“): 960 499 6049 Teilnehmer-ID: keine Eingabe nötig Meeting-Passcode („Sitzungspasswort“): 847 230 Veranstaltet von der Staatsbibliothek Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Volkshochschule Bamberg Stadt sowie dem Colloquium Historicum Wirsbergense und dem Historischen Verein Bamberg.